Jahresrückblick (3): Labels 2013

Uncanny Valley vs. Kann Records

Uncanny Valley aus Dresden, Kann Records aus Leipzig zeigen im bald vierten und sechsten Jahr ihres Bestehens, dass sie jedes noch so eng geschnürte House- oder Techno-Korsett tragen, gleichzeitig nach Belieben ändern, erweitern, auf die persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben anpassen können.

Beispiele im Jahr 2013 waren Scherbe mit seiner EP “Jardin Du Midi” oder Cuthead mit “Everlasting Sunday” für die Dresdner, Philipp Matalla mit “Lack Of Loss” oder Falke mit “Algebra” für die Leipziger. Sie alle erschufen mit ihrer Musik Freiheitsbilder, deren Faszination und Strahlkraft auch in den kommenden Jahr(zehnt)en andauern wird. 

Mehr zu Uncanny Valley / Kann:

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Resident Advisor: Label of the month: Uncanny Valley
de:bug: Elbe, Oper, Bassdrum: Das junge Label Uncanny Valley mischt Dresden auf
RBMA: Uncanny House: An Interview with Jacob Korn

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banq: Labelportrait Kann Records
de:bug: Leipzig, House City
Frohfroh: 5 Jahre Kann Records – die Verbeugung
Frohfroh: Interview mit Map.ache 
C-Heads Magazine: Interview with Sevensol

Blank Slate vs. Muhk Records

Zwei Label, die 2013 gewissermassen aus dem Stand heraus überzeugt haben, sind das US-amerikanische Blank Slate, mitgeführt von Soren Jahan alias René Audiard und Muhk Records, gegründet von, ja, von wem eigentlich?

“There’s no big bullshit and use of fancy English to describe Muhk. We like vinyl and we like music made with hardware simple as that”, schreiben die Betreiber auf der Webseite des Labels. Genau das schätze ich: den Verzicht auf Überflüssiges, dagegen klare Ziele und die Konzentration auf Wesentliches.

Die Roughness von Chicago, der Soul von Detroit – alles schon vieltausendmal gelesen und trotzdem enttäuscht worden. Bei Blank Slate und Muhk Records ist das anders: nichts gelesen, nichts im Vorfeld gehört, aber mitten ins Herz getroffen und tief berührt worden.


 

Mehr zu Muhk / Blank Slate:

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Webseite: Muhk

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Tea And Techno: Interview & Podcast René Audiard

Argot vs. Pittsburgh Tracks

Wenn Musikjournalisten ein Label gründen… So lässt sich der Hintergrund von Argot, dem Sublabel Tasteful Nudes und Pittsburgh Tracks zusammenfassen. 2012 fassten sich Steve Mizek, Mitgründer und damit auch Chefredakteur des Musikblogs Little White Earbuds, sowie Thomas Cox, Mitgründer des inzwischen eingestellten Musikblogs Infinite State Machine ein Herz und starteten ihre eigenen Plattformen.

Der eine auch, weil seine Adressliste immer länger, die Menge an veröffentlichungswerter Musik immer grösser wurde; der andere, weil er selbst als Teil der Pittsburgh Track Authority zusammen mit Adam Ratana und Preslav Lefterof wunderschöne Musik mit rohen Drum Pattern und schroffen Acid Bässen produzierte. Diese Platten und EPs von Gunnar Haslam (“Bera Range“) oder The Black Madonna (“Lady of Sorrows“) sprengen des Geistes enge Fesseln und zeigen, dass beide Labelbetreiber weit davon entfernt sind, ihre Arbeit zu verkopft anzugehen.

Mehr zu Argot / Tasteful Nudes:

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Webseite: Argot
Blog: Tasteful Nudes

Astral Travelling: Interview with Steve Mizek
Resident Advisor: Steve Mizek – Confessions of an MP3 blogger

Geography Records vs. Aniara Recordings

Aniara Recordings aus Göteborg und Geography Records aus Malmö entziehen sich einer rein sachlichen Faktenbewertung. Beide kreisen um ihre gemeinsamen Schwerpunkte House und Techno auf einer eigenen Umlaufbahn. Das zeigen 2013 besonders die Veröffentlichungen von Mountain Range (“From You I Have Been Absent In The Spring“) und Shakarchi & Stranéus (“Femman EP“) – elegische Oden mit dunkel funkelndem Klang.

Aniara Recordings hätte nach “Same Old Place”, dem ersten Release, auch aufhören können, sowie Geography Records nach “Macedonia / Iraq”. Jeder hätte diesen Schritt verstanden. Nur Stille ist grösser als diese Platten. Wie schade wäre dies gewesen.


Mehr zu Geography Records / Aniara Recordings:

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Soundcloud: Geography Records
Soundcloud: Adam Lundberg b2b Olof Uhlin

Facebook: Aniara Recordings
Soundcloud: Aniara Recordings
Webseite: Aniara Recordings
Resident Advisor: Label of the month: Aniara Recordings
Juno Plus: Label focus: Aniara Recordings
de:bug: Skudge, Aniara & Co. – Elchtest bestanden

Running Back vs. Live At Robert Johnson

Etwas muss dran sein am Teufelspakt des Robert Johnson, denn anders lässt sich nicht erklären, welch frischer und lebendiger Geist die Label Running Back und Live At Robert Johnson antreibt, jenseits vorgegebener Gewissheiten und Sicherheiten.

Die Lifesaver-Compilation im Frühjahr, gefolgt von EPs von Massimiliano Pagliara, Julius Steinhoff und Orson Wells, lyrische Momente im Wechsel zu treibender Energie: das war das Jahr 2013 für Live At Robert Johnson.

Mark E, DJ Nori und Lauer verführten auf Running Back mit dem sinnlichen Puls ihrer Grooves, rhythmischen Motiven und subtilen Klangfarben.

Mehr zu Live At Robert Johnson / Running Back:

Facebook: Live At Robert Johnson
Soundcloud: Live At Robert Johnson
Webseite: Live At Robert Johnson
Little White Earbuds: Talking Shopcast: Live At Robert Johnson
Inverted Audio: Live At Robert Johnson: Oliver Hafenbauer

Soundcloud: Running Back Records 
Blog: Running Back Records
Little White Earbuds: Talking Shopcast: Running Back
Pulse Magazine: Gerd Janson – Running Things
The Ransom Note: DJ to DJ: Gerd Janson interviewed by Spencer Parker
The Skinny: Retro Fetishism: Gerd Janson’s Tech-House Ode to Thomas Pynchon

Weitere grossartige Label 2013:

- Rivulet
- Frank Music
- Smallville
- M>O>S
- Delsin
- ava
- ESP Institute
- Golf Channel Music
- Maslo
- Unterton
- Nsyde
- Italojohnson
- Livity
- Philpot
- Dolly / Dolly Dubs
- Mistress
- Tardis
- Trilogy Tapes
- Delsin
- Acido
- L.I.E.S.
- Mister Saturday Night
- Acid Test