Jimmy Edgar – Hush

Nein! Das zu dieser EP gehörende Video werde ich nicht verlinken, und schon gar nicht in diesen Blogeintrag einbinden, denn schliesslich möchte ich mit Keep-It-Deep nicht in irgendeinem BKA-Filter landen und abgeschaltet werden. Mir reicht vollauf, wenn die US-amerikanische Urheberrechtsbehörde zur Durchsetzung des Digital Millenium Copyright Acts sich regelmässig durch die Zwischenschaltung von Google an mich wendet mit der Bitte, Links zu entfernen, die auf Inhalte verweisen, an denen die traditionsreichen grossen Musikkonzerne irgendwelche Rechte halten. Gegenstand, Inhalt und Grenzen des Geistigen Eigentums müssen nach meinem Dafürhalten tunlichst neu überdacht werden, stammt der geistige Überbau des Gesetzes über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte noch aus dem neunzehnten Jahrhundert und bedarf allein daher einer grundlegenden Neuausrichtung, und nicht nur oberflächlicher Novellierungen.

Weiter möchte ich auf diese, die Gesetzgebungspolitik berührenden Fragen jedoch nicht eingehen. Hier geht es in erster Linie um die Musik als solche und, um an die einleitenden Worte anzuknüpfen: gebt doch einfach den Namen des Produzenten sowie den Titel seiner aktuellen 12″ in das Eingabefeld der (noch) weltgrössten Internetsuchmaschine ein, und ihr werdet selbst sehr schnell feststellen können, dass diese Sequenz durchaus Indizierungspotential beinhaltet. Doch, das muss hier ebenfalls Erwähung finden, steht das Video durchaus in einem unmittelbaren, auch inhaltlichen Zusammenhang mit dem neuen Studioalbum von Jimmy Edgar, das Ende Juli 2010 auf dem Berliner Label !K7 erscheinen wird. Dieses nämlich trägt den Titel “XXX”, und ein Track darauf heisst “Hot Raw Sex” (welcher in einer Single-Auskoppelung unter anderem von Kris Wadsworth überarbeitet wird).

So viel einmal dazu, denn zu Jimmy Edgar bedarf es kaum noch einer Einleitung. Der Detroiter Produzent, den ich für mich erst sehr spät entdeckt habe, hat bereits für das renommierte Label Warp produziert, u.a. das Album “Color Strip“, sowie Technoskizzen für das M_nus-Sublabel Items & Things und Semantica Records. Mit seiner 12″ Hush, erschienen auf Glasstable Music (ein Sublabel zu Jamie Russels Label Hypercolour), verfolgt der – immer noch junge – Produzent Jimmy Edgar einen etwas anderen Ansatz, allerdings auf der gleichbleibenden Grundlage: es ist Maschinenfunk, herausgearbeitet aus analogem Equipment.

“Hush”, der Titeltrack, beginnt mit einem warmen, lange gehaltenen Synthesizer-Akkord. Die eigentliche musikalische Phrase, bestehend aus einer im Grenzbereich gerader House- und gebrochener Beats anzusiedelnden Rhythmussektion, sich dezent in den Vordergrund schiebenden Synth-Chords sowie metallisch klickenden Lauten, die von fern an Fingerschnippen erinnern, setzt jedoch erst nach der auftaktähnlichen Akzentuierung des verhallenden Stimmsamples ein. Für den Remix hat der Detroiter Kyle Hall gerade zu stehen, und, mit Verlaub, er meistert diesen Auftrag mit Bravour. Mit schwerem Bass beladen führt Kyle Hall das Ausgangsmaterial temporeich seiner persönlichen Interpretation von (Deep) House zu, die auf den musikalischen Prämissen seiner Heimatstadt aufbaut: soulful und funky as hell! Und der Mittelpart mit Snare Clap-Inferno und den Hi Hat-/Becken-Shuffles? Mindblowing! “BThere”, auf A2 gesetzt, erobert mein Herz mit langsam groovenden Beats. Gerade der angezerrt schnurrende Bass weiss dabei zu überzeugen!

English (short) version: I hope you will understand that I won’t put a link to the brief video snippet that is promoting the latest release of Detroit based producer Jimmy Edgar. It contains some insecure elements that might lead to a shutdown of this blog as German jurisdiction is kinda strict what matters internet involving sex and possible sexual crimes. In spite of that, Jimmy Edgar is delivering a true soulful and deep house bomb that is topped by a mindblowing remix by another Detroit breed, Kyle Hall. Machine funk. Love it!

Mehr im Web:

Jimmy Edgar
Jimmy Edgar @ MySpace
Jamie Russel (Hypercolour / Glasstable Music) – Interview @ KMag
Glasstable Music
Kyle Hall @ MySpace
Kyle Hall Podcast @ Xlr8r





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