June – Cytheria

Nach einem kurzen Abstecher in den House- und Dubstep-/Future Garage-common taste ist es an der Zeit, sich wieder in den Untergrund zurückzuziehen und sich auf Klangware etwas weniger bekannter Künstler zu konzentrieren.

Den Anfang macht mit “Cytheria” eine 12″ auf Argys Label “These Days“. Ihr Urheber entstammt dem überaus fruchtbaren musikalischen Nährboden im Westen Londons, der seit jeher interessante Musiker, DJs und Produzenten, hervorgebracht hat. Als lokaler Hub sei in diesem Zusammenhang auch das Label Honest Jon’s genannt, in dessen Umfeld ja unheimlich viel passiert. Man könnte es auch als Warp Records des 21. Jahrhunderts bezeichnen, wohl wissend, dass man Honest Jon’s mit dem Institutionscharakter von Warp Records nicht vergleichen kann. [Man sollte ja eigentlich gar keine Vergleiche ziehen.]

June, der Urheber von “Cytheria”, ist ein bisher noch wenig erforschter Produzent, sein Werk daher kaum ausgeleuchtet. Im Mai letzten Jahres tauchte er ein erstes Mal mit einer – klassisch – handgestempelten und limitierten Platte auf und machte wenig später mit einem Beitrag auf Mathematics Recordings ein weiteres Mal auf sich aufmerksam. Jamal Moss’ Plattform für elektronische (Club-)Musik ist jedoch nur bedingt ein guter Assoziationspunkt, um sich dem Sound von June auf dieser EP anzunähern. Gemeinsames Merkmal ist, dass die Tracks weder überproduziert noch klinisch rein gefiltert sind. Vielmehr kann und darf man düstere, naturtrübe und melancholische Sounds erwarten, die zwischen Chicago und Acid House, atmosphärischem Synth Pop und New Wave wandeln, ohne dabei einen neonbunten Retro-Pop-Charme für sich zu beanspruchen.

So ist denn auch bei “Cube Runner (Virtual Reality Mix)” der Grundrhythmus geprägt von einem klassischen Vierviertelschlag der House-Musik. Er pulsiert unaufhörlich und zeitfrei. Die Bassdrum brandet gleichförmig wie Meereswellen gegen den Körper und zieht einen überaus gefühlvoll, und nicht mit unwiderstehlicher Wucht, in den sanft sich kräuselnden Synth-Ozean. Man hat das Gefühl, dass umfassender Frieden und tiefe Freude sich augenblicklich einstellen. June beschreibt damit eine Ferne und Weite, in der man sich gerne verlieren möchte.

June – Cube Runner (Virtual Reality Mix)

Cube Runner (Virtual Reality Mix) by June

June – Cytheria

Cytheria by June

Die 12″ wartet auch mit zwei Remixen auf. Sie liefert Terre Thaemlitz alias DJ Sprinkles. Raumgreifend ist das zutreffende Wort, um seinen “DJ Sprinkles Lost Dancefloor”-Mix zu beschreiben. Gebrochene Beats, Synthesizer-Flächen, reich an Klangfarben, dynamisch in ihrer Bewegung, bedeutungsschwere Vocal-Samples mit enigmatischem Charme, von einer Frau geschrien, ätherische Piano-Akkorde – wie in Trance erhebt man sich am Ende dieses Stückes.

June – Lost Area (DJ Sprinkles Lost Dancefloor Mix)

Lost Area (Dj Sprinkles’ Lost Dancefoor) by June

English (short) version: dreamy and ethereal electronic club music grounded in classic chicago / acid house and new wave / synth pop by London based producer June. DJ Sprinkles on remixing duties serves deep atmospheric textures, warm synth tones and broken beats.

Mehr im Web:

June @ MySpace
June @ Soundcloud
June – Mnml Ssgs Special Mix
These Days Records @ MySpace





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