Mixed up monday (6)

Was war denn heute mit der Blogger-Software los? Während einer guten Stunde konnte ich mich nicht zu meinem Blog-Account anmelden, und Facebook, meine liebste Zeitvernichtungsmatrix, zickte rum. Kaum eingeloggt, wurde mein Rechner immer langsamer, der Seitenaufbau vollzog sich über Minuten hinweg, der Chat setzte phasenweise aus, und das Versenden von Nachrichten war reine Glücks- und somit auch Nervensache. Meist sind es diese Augenblicke, in denen ich den festen Entschluss fasse, mich endgültig aus sozialen Netzwerkplattformen dieser Art zurückzuziehen und mich wieder auf Festnetz, Mobilfunk, E- und Snail Mail als Kommunikationsmittel zu beschränken. Und das, obwohl ich erst vor kurzen eine eigene Fan-Seite dort eingerichtet habe.

Nach diesem schamlosen Selbstfeature noch ein kleiner Rückblick auf das vergangene Wochenende. Auf dem Programm stand ja die hier gesondert angekündigte Resident Night der Somebody Scream-Veranstaltungsreihe im Drifter’s, an den Decks die Freiburger Shaddy, Agent Schwiech und Kowski. Da ich ein grosser Liebhaber der die Nacht musikalisch einleitenden Stunden bin, war ich auch schon sehr früh vor Ort, kaum dass der Club seine Tür geöffnet hatte. Hat sich definitiv gelohnt, “Blame” von John Roberts, den Willie Hutch-Klassiker “Brothers Gonna Work It Out” im Remix von The Revenge, und eine weitere Vielzahl 12″ zwischen (Deep) House und Disco (Edits) kamen auf die Plattenteller, pure bliss!

Ebenfalls einen Abstecher Wert war Stunden zuvor “The Soul Of Nora” im Jos Fritz Café. Neugierde und der unstillbare Durst nach guter Musik führten mich dorthin, denn u.a. war die Hamburgerin Marga Glanz vom dortigen Plattenladen Groove City für ein Showcase vorgesehen. Ob sie auch schon zu der frühen Stunde, zu der ich dort aufkreuzte, an den Decks stand, entzieht sich leider meiner Kenntnis – ich wusste und weiss auch jetzt noch nicht, wie Marga Glanz aussieht – doch musikalisch haben mich die gut eineinhalb Stunden in diesem schlauchartig langgestreckten Lokal sehr bewegt. Gespielt wurde eine feine Auswahl Soul und Funk der Sechziger und Siebziger Jahre, aufgelockert durch Yacht-, Surf- oder Folk Rockplatten aus derselben Zeit.

Deswegen führt auch mein erster Mix nicht in housige Gefilde, sondern zur Aufzeichnung des Sets von Kon im Rahmen der Basler – nun ja – Veranstaltung livingroom.fm. Als die Crate Digger Kon & Amir dort ihren Auftritt hatten, war ich ebenfalls anwesend. Doch nachdem die beiden New Yorker auch nach dreieinhalb Stunden noch immer keine Platte abgespielt hatten, machte ich mich enttäuscht vom Acker. Da Donnerstag und doch hin und wieder in gesellschaftlichen, beruflichen und universitären Verpflichtungen stehend, konnte ich es mir nicht erlauben, länger zu bleiben.

Langer Rede kurzer Sinn: Kon hat sein Set aufgezeichnet und auf (seinem) Blog Playin 4 Keeps zum Download zur Verfügung gestellt. Eine aufmerksame Geste, da die livingroom.fm-Macher seit Wochen ihren Soundcloud-Account nicht aktualisiert haben und dieses einzigartige Set aus Soul, Funk und Disco Boogie nicht zum Download, auch nicht zum anhören und nachvollziehen zur Verfügung gestellt haben. Das Set gibt’s hier. Viel Spass!

Auch der zweite Mix, den ich jedem ans Herz legen möchte, ist kein auf House oder Techno basierender. Er wurde eingespielt und aufgezeichnet von Mr. Ferrispark, Scott Ferguson für Infinitestatemachine.com und beinhaltet ausgewählte Stücke von Mos Def, Talib Kweli, Common & Co. Here you go.

Jetzt wird’s elektronisch, doch nicht minder mit viel rauhem Soul. Fred P a.k.a. Black Jazz Consortium hat für den englischsprachigen “Wunderkind“-Blog einen exklusiven Podcast eingespielt sowie ein paar Fragen zu seiner Person und zu seiner Musik beantwortet. Viel eigenes Material und das von den befreundeten DJ Jus-Ed und DJ Qu, fein. Check it out.

Soundcloud-Musikenzyklopädist und User mit den vermutlich meisten Jüngern Followern Rico Passerini (who’s dat guy?!) hat in der vergangenen Woche wieder Unmengen an Sets zur Verfügung gestellt, von denen ich drei als Must Listen To erachte.

Zum einen Tama Sumo @ Pacotek (Tel Aviv / Jerusalem):

Tama Sumo Live @ Pacotek, Tel-Aviv, Jerusalem – 15-05-2009 by R_co

Zum anderen Manuel Tur @ Very Nice (Podgorica):

Manuel Tur Live @ Very Nice Podgorica, Montenegro – 05-02-2010 by R_co

Und schliesslich Akufen live @ Fuse In Detroit (Underground Stage):

Akufen Live @ Fuse-in Detroit, Underground Stage – 28-05-2005 by R_co

Zum Schluss noch ein Hinweis auf einen Mix des Tübinger DJs Mirano, der in seinem Mix Tracks von Smallpeople, Black Jazz Consortium, John Daly und vielen anderen mehr verarbeitet:

Mirano – “Lose myself” (Music for your soul) by Mirano

Das war’s dann auch für diese Woche. Über hinweise auf andere Mixe bin ich jedem einzelnen sehr dankbar. Morgen geht’s an dieser Stelle – definitiv – weiter mit der neuen Smallville, Mild Pitch, Mirau und Mule. Gute Nacht!

English (short) version: A new week, many new mixes to give a listen to. Starting off with no-house-no-techno mixes by Kon, live at livingroom.fm in Basel / Switzerland (which was – due to the host – one of the most boring and wretched nights in the last three or four years, and therefore I’m thankful and grateful that Kon recorded his set) and Scott Ferguson who did an excellent Rap / Hip Hop mix for infinitestatemachine.com. The rest is just house, some techno and disco – as usual, coming from jocks like Fred P a.k.a. Black Jazz Consortium, Manuel Tur, Tama Sumo and a guy hailing from Tübingen, a cosy university town close to Germanys motor city Stuttgart. Good nite!