Mixed up wednesday: Disco, House, Techno

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“Flying. Cultivating my hatred of the human race, babies, and deep vein thrombosis. Each and every time.” So äusserte sich der britische Disc Jockey und Produzent Ben Westbeech, bekannt auch als Breach, im Dezember 2013 auf Twitter. Seither wissen wir: Für Westbeech ist Fliegen die Sartre’sche Hölle. Ähnlich auch Seth Troxler. Im Oktober des vergangenen Jahres schrieb er auf Twitter: “I FUCKING HATE AIRPORTS AND THE CUNTS WHO FREQUENTLY WORK THERE HOW ABOUT YOU ALL DO SOMETHING ELSE BECAUSE SERVICE IS NOR FOR YOU!”

All diese Twitter-Beschwerden kanalisiert seit September 2012 eine unbekannte Anzahl Disc Jockeys und Szenebeobachter auf dem Twitter-Account DJsComplaining und der gleichnamigen Webseite. Sicher, Reise- und Auflegestress machen empfindlich. Mit der Zeit können selbst Jetsetter wie Seth Troxler dünnhäutiger für alle Einflüsse werden, die von aussen in ihren Organismus und in ihre Psyche eindringen. Doch der Twitter-Aufstand mancher Disc Jockeys wirkt angesichts des Beschwerdegrundes überreagiert. Bei Carl Craig beispielsweise ist das Wagyu-Rind, das ihm zweimal in Folge zum Essen vorgesetzt wurde.

Zu diesen Empfindlichkeitsäusserungen hat am vergangenen Wochenende Hugo Capablanca, in Berlin lebender Produzent, Disc Jockey und Betreiber der Label Discos Capablanca und Bananamania Records, Stellung genommen. Auf seiner Facebook-Seite schreibt er:

Tired of all these spoiled DJs bitching about their luxury problems. Get real, people: you get to travel the World, see sunsets 32K feet above Earth Rothko would kill for, get to know different countries and a glimpse of their lovely people, food, architecture… and lastly, but most importantly, get paid for playing music (most likely) other people did. Fuck your VIP life. Relax and enjoy the ride. Appreciate what you have, see the beauty of it, and share it. Twats.”

Deutliche Worte, eine klare Ansage, die ich bedingungslos unterschreiben kann.



I Drei Fragezeichen – Sustain. Massimiliano Pagliara und nd_baumecker sind Drei Fragezeichen. Disco, House, Techno in Warehouse-Qualität.

II Tom Trago – DJ Set at Air Tokyo. Der Niederländer Produzent und Disc Jockey hat vergangenes Jahr sein zweites Album, “The Light Fantastic”, veröffentlicht. Seine Album Release-Tour führte ihn unter anderem nach Tokyo. Drei Stunden House-Glückseligkeit. Und noch viel mehr.

III Tomas Svensson – Tomas Vinyl Mix 02. Tomas Svensson macht seit 2009 mit Tracks und EPs auf Vidab Records auf sich aufmerksam. Derzeit arbeitet er an seinem Debüt auf Albumlänge. Die Wartezeit bis zur Veröffentlichung verkürzt er mit einem Mix, der mit Stücken von Orson Wells, Christopher Rau oder Moomin viele Lieblingsproduzenten vereint.

IV Spencer Parker – Cadenza Podcast. Man mag zu Lucianos Label Cadenza stehen wie man will – ich finde die Veröffentlichungen inzwischen sehr beliebig -, die Podcast-Reihe sollte man nicht ausser Acht lassen. Sie ist zweigeteilt. “Cycle” soll ein klassisches, auf eine Stunde komprimiertes Clubset wiederspiegeln. Bei “Source” geben die Disc Jockeys Einblick in ihre musikalischen Wurzeln und Einflüsse:

V Svreca at Unit Tokyo. Disc Jockeys, die mit ihren Sets Techno-Dystopien erzählen, gibt es in Freiburg kaum noch. Wer sich einst Techno ganz groß auf die Facebook-Seite geschrieben hat, ist heute den Saxophon-Plugins verfallen – oder knüppelt in bester Rotterdam-Manier drauf los. Geht mir beides nicht so gut rein. Anders dagegen das Set des Madrilenen Svreca, der seit 2006 auf seinem Label Semantica Records eine dunkel brodelnde Techno-Welt erschaffen hat.

VI  Charles Bals – Beachfreaks Don’t Like Secrets Part 1. “70s Hippie Dance and LSDisco” – spricht für sich selbst!