Session Victim – Late Runner

Real Soon ist nach meinem persönlichen Dafürhalten ein Label, dessen Veröffentlichungen eine wertvolle Bereicherung für jeden (House-)Plattenschrank beziehungsweise -koffer sind. Was dort aus den Händen beispielsweise eines Kai Alcé (zuletzt “Polyester Static EP”, http://keep-it-deep.blogspot.com/2009/10/kai-alce-polyester-static-ep.html ), Steffen Laschinski / Rising Sun (http://www.discogs.com/Rising-Sun-Sun-Dance/master/202223) oder Lerosa (zuletzt “Minefield EP”, http://www.discogs.com/Lerosa-Minefield-EP/release/1639448 ) erschien, sind top notch Produktionen mit einem beträchtlichen musikalischen Mehrwert.

Letzteren weist auch “Late Runner” auf, ein Viertracker von Hauke Freer und Matthias Reiling, die ihr Unwesen auf dem Terrain der elektronischen Clubmusik als Session Victim treiben. In diesem Jahr erschienen Tracks auf Retreat, ihrem gemeinsam mit Quarion ins Leben gerufenen Label sowie Hairy Claw.

Auf “Headster“, dem ersten Track der übrigens in einer auf lediglich 350 Kopien begrenzten Stückzahl erscheinenden 12″, faszinieren mich insbesondere die hart angeschlagenen Piano-Basstöne, die repetitiv und hypnotisierend funktionieren. Gepaart mit einem feinen Hintergrundrauschen und -knacken sowie einer Vielzahl, teilweise dissonant klingender Zusatztöne, lässt “Headster” auf den experimentierfreudigen Charakter des Produzenten-Duos schliessen, die der Eingängigkeit und Tanzbarkeit des Tracks sowie der ganzen 12″ keinen Abbruch tut. Auch “Wake And Shine” beinhaltet ein stark hypnotisierendes, repetitives Moment, das von seinem Aufbau und seiner Struktur sowie ganz besonders von seinen Basistönen her vergleichbar ist mit dem dreckigen, Elemente des Funk / Electro-Funk aufgreifenden Sound der Motor City Detroit. Demgegenüber lässt sich auf den Synthesizerflächen von “Landluft” trefflich ausruhen, während einen der ruhige Beat, die Clap-Elemente sowie ein Gitarrensample wie kleine Wellen sanft vorantreiben. Bleibt noch “Ranunkelvej“, dessen teilweise synkopiertes Drumprogramming mich von Anfang an in andere Sphären versetzt hat. Weiter so, Session Victim!

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