Slowburn – Constant Progression

Mit Slowburn gilt es ein weiteres Musikprojekt auf keep-it-deep zu begrüssen, das auf diesem Blog in Zukunft gerne einen Stammplatz einnehmen darf. Denn – um den Schlusssatz einmal vorwegzunehmen – diese EP hat mich im übertragenen Sinn umgehauen. Mit sanfter Kraft, da die vier Tracks vielmehr sich an die Ohren schmiegen wie ein Schal aus Kaschmirwolle der Haut des Trägers schmeichelt, als dass sie funkenschlagend auf einen herunterkrachen.

Die Gründerväter von Slowburn hören auf die bürgerlichen Namen Dave Hargardon und Phil Long. Beide leben und arbeiten im Grossraum Dublin / Irland und bestreiten dort auch als DJs die eine oder andere Clubnacht. Noch nicht allzu lange ist es her, dass die beiden Musikliebhaber den Schritt gewagt haben, an eigenen Sounds zu arbeiten. Einen ersten kleineren Erfolg verzeichnen konnten sie mit ihrem Track “Meteor”. Dieser war Teil einer Mini-Compilation, “From Chicago Turin Amsterdam & Dublin With Love EP“, die auf Lerato Khatis Label Uzuri erschienen ist.

Seit dieser Zeit habe ich regelmässig Ausschau gehalten nach Slowburn in der Hoffnung, weitere Liebesgrüsse aus Dublin zu erhalten. Immer wieder habe ich auch auf Soundcloud vorbeigeschaut, um über das Schaffenswerk von Slowburn, über ausstehende Veröffentlichungen oder “work in progress”, informiert zu sein. Zwischendurch gab’s einmal einen Podcast auf Northern Purpose, in dem sie mit einer Mischung aus Klassikern und neuem Material zu überzeugen wussten.

Dass sie sich als DJs mit nichts als musikalischen Perlen aus den subaquatischen Tiefen der House- und Techno-Ozeane abgeben, dass Motor und Windy City als Sehnsuchtsorte ihr eigenes Schaffen beeinflussen, dass dazwischen jedoch sehr viel Freiraum für eigene Klangvorstellungen, Rhythmus- und Harmoniemuster liegt, zeigt sich sehr schön auf “Constant Progression“, der ersten eigenen 12″ von Dave Hargardon und Phil Long unter ihrem Slowburn-Alias.

Die Beat Pattern auf “Magnolia” folgen einem leicht synkopisch versetzten Rhythmus – allein dies lässt mich hochachtungsvoll den Hut ziehen -, sorgen Slowburn damit doch für einen deutlichen Farbtupfer auf der ansonsten eher einheitlichen 4/4-er Palette.

Mit “Letter, Live & Liberty” halten Dave Hargardon und Phil Long eine Anleitung zur Tiefenentspannung bereit. In nicht einmal acht Minuten bewirken sie mit ihrem Arrangement aus gleichmässig pulsierenden Kickdrums, einer behäbig voranschreitenden Bassline, dem sparsamen Einsatz schnalzender Snare/Clap und Hi-Hats sowie an- und abschwellender Synthesizerflächen einen Ruhezustand, den man noch nicht einmal nach monatelangem autogenem Training erreichen wird.

Etwas forscher geht’s dann bei “Bladerunner” zu. Persönliches Highlight dieser EP ist jedoch der Track “Medicusa“. Er besticht mit wunderschön schwebenden, harmonischen Synthesizer-Pads. Sie befinden sich im Einklang mit dezent und trotzdem kraftvoll pluckernden Kickdrums und einem subtilen, unaufdringlichen Bass, der sehr, sehr tief geht. Musik, die aus der Seele geboren ist!

English (short) version: I said it before and I’ll say it again: this 12″ by Irish duo Slowburn is a damn good EP with four tracks that all establish an intense phase of deep relaxation and create a state of bliss towards which all livings strive.

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Slowburn – Podcast für Northern Purpose
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Elektrosouls